Kompetenzen

Kompetenzen im Studium – was heißt das eigentlich? Was muss man wirklich können, um erfolgreich zu studieren?

Kompetent sein – klingt gut, aber was steckt dahinter? Gemeint ist die Fähigkeit und Fertigkeit, Probleme zu lösen sowie die Bereitschaft, dies auch zu tun. Der Begriff umfasst also auch die Anerkennung der eigenen Zuständigkeit für eine Aufgabe.

Im Studium geht es darum, sich Kompetenzen sowohl auf dem fachlichen Gebiet, also in Bezug auf die studierten Inhalte, anzueignen, als auch die überfachlichen Kompetenzen zu erwerben, um dies tun zu können. Vereinfacht gesagt: Wenn ich nicht lesen kann, kann ich mir den Inhalt eines Buches nicht erschließen. Wenn ich eine unpassende Sprache wähle, wird man mich nicht verstehen können. Wenn ich nicht präsentieren kann, kann ich keine Wissensinhalte an andere vermitteln, so dass diese sie verstehen und aufnehmen können. Wenn ich nicht richtig zitieren kann, werde ich keine Aufnahme in der Wissenschaft finden. Die Techniken im Umgang mit Wissen und Erfahrung sind also ebenso wichtig wie dessen Inhalte.

 

Was ist für ein erfolgreiches Studium entscheidend?

Gute Noten sind eine sicher solide Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium, aber sie sind nicht unbedingt eine alleinige Garantie; umgekehrt können auch Schülerinnen und Schüler mit weniger guten Noten oder unüblichen Studienvoraussetzungen ein Studium erfolgreich bestehen, wenn sie – neben der natürlich notwendigen Intelligenz und grundlegenden Sprachkompetenzen – in etwa folgende Voraussetzungen erfüllen:

 

  • Lernbereitschaft, Neugier, Interesse
  • Aufnahmebereitschaft
  • Fähigkeit, auf den sozialen Kontext einzugehen
  • Organisationstalent und Kenntnis der eigenen Bedürfnisse und Grenzen
  • Selbständigkeit und Selbstverantwortung
  • Leistungsbereitschaft, also die Fähigkeit, sich selbst (und idealerweise auch andere) zu motivieren

Daneben sind verschiedene Schlüsselkompetenzen erforderlich, die es überhaupt erst ermöglichen, sich im wissenschaftlichen Kontext zu bewegen: Als „Schlüsselkompetenzen“ werden in diesem Zusammenhang daher diejenigen Kompetenzen bezeichnet, die zum einen zentral sind – also eine Art „Schlüssel“ – für die Bewältigung bestimmter Aufgaben, zum anderen aber auch weitere Kompetenzbereiche „erschließen“ – also Voraussetzung für den Erwerb weiterer Kompetenzen sind.

Schlüsselkompetenzen sind somit Voraussetzung dafür, dass ich ein selbst gesetztes Ziel erreichen kann. Daher ist es notwendig, sich diese Kompetenzen anzueignen und sie immer wieder zu trainieren und zu erweitern. In den meisten Fällen sind sie nicht nur notwendig, um ein einzelnes Ziel zu erreichen, sondern werden in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen benötigt.

So ist es im Wissenschaftsbereich natürlich unumgänglich, Texte zu lesen. Aber auch im späteren Berufsleben wird es mir helfen, wenn ich gelernt habe, schnell zu erfassen, worum es in einem Text geht, wie dieser geschrieben ist, an wen er sich richtet, wie man ihn einordnen und wie man ihn paraphrasieren kann. Insofern sind Schlüsselkompetenzen meist für verschiedene „Schlösser“ geeignet.

Learning by doing oder gezielte Kompetenztrainings?

Vieles lernt man, indem man es tut. Bereite ich eine Präsentation oder ein Referat vor, dann muss ich mich automatisch damit beschäftigen, wie ich den Inhalt aufbereite, damit er den Zuhörer erreicht, die Komplexität des Stoffs reduziert, aber nicht aufgehoben wird. Was aber, wenn ich keine Instrumente oder Kriterien habe, um zu überprüfen, ob ich mein Referat richtig gliedere und mein Thema für die Zielgruppe ansprechend darstelle?

Im Kompetenzzentrum für Studium und Beruf werden Schlüsselkompetenzen in eigens dafür konzipierten Workshops vermittelt und trainiert, um von vornherein die passenden Kriterien für die Selbsteinschätzung und Ausgestaltung der im Studium notwendigen Kompetenzen zu erhalten. So wird der Weg zum Erfolg „abgekürzt“, die Kompetenzen werden systematisch reflektiert und so viel stärker im Bewusstsein verankert. Die praxisorientierten Workshops geben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich auszuprobieren und mit Fragen und Unsicherheiten offen umzugehen. Das steigert den Lernerfolg und die Zufriedenheit. Natürlich wird in den Workshops viel an praktischen Beispielen geübt, die Übertragung ins eigene Fach nimmt jeder selbst vor. Die Kurse sind interdisziplinär besetzt – auch das ist für Sie eine Bereicherung, da sie so Kontakt zu Studierenden anderer Fächer bekommen.

Neben diesen (methodischen) Schlüsselkompetenzen spielt das soziale Verhalten eine große Rolle. Die Distanz zum Dozenten richtig einzuschätzen, sich in einem relativ losen Verband von Studierenden zu integrieren und zurechtzufinden, den Ton zu treffen und das Verhalten anderer richtig einzuschätzen, ist enorm wichtig, wenn man die Regeln des wissenschaftlichen Umfelds verstehen und sich erfolgreich darin bewegen möchte. Sie erhalten im Studium weniger Feedback als in der Schule und müssen sich diese Erfahrung bewusst machen und damit umgehen lernen.

Die eigene Zeit richtig einzuschätzen, spielt eine ebenso große Rolle. Nur wer seine Zeit richtig plant, kann die Anforderungen des Studiums bewältigen und dabei auch noch private Zeit für sich einplanen.

Das Spektrum des Kompetenzerwerbs zu erweitern, bedeutet sich selbst zu beobachten und aus den eigenen Fehlern zu lernen:

 

  • Welches Verhalten bewirkt welchen Effekt?
  • Wie fühle ich mich dabei?
  • Welche Gedanken helfen mir, welche stören eher?

 

Sich selbst zu reflektieren, bedeutet fast immer, die eigenen Grenzen zu überwinden, sich von außen zu sehen. Aber wer das tut, sieht seine Fehler nicht mehr negativ und sieht in Problemen Chancen. Eine positive Grundeinstellung ermöglicht es, an sich selbst ständig zu wachsen. Das kann sogar richtig Spaß machen!

Zu dieser Einstellung möchten wir Sie ermutigen – ob mit gezielten Kompetenztrainings oder in „Eigenregie“ – finden Sie heraus, wie Sie sich motivieren, Neues dazu lernen und dabei Spaß haben können! Das ist die eigentliche Herausforderung im Studium, der Kern dessen, was sie danach Ihr Leben lang begleitet.